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21. Ostseepokal: Litauische Latein-Tänzer hatten am Ende die Nase vorn
Artikel vom 20.12.2007
Ein spannenderes Finale beim Tanz um den 21. Ostseepokal hätte man sich kaum vorstellen können: Erst im letzten Jive fiel die Entscheidung für das litauische Paar Justina Zemaityte und Gediminas Grigonis. Damit holten sie sich in diesem Jahr den Großen Preis der BBBank, der auch schon im letzten Jahr nach Litauen ging. Über drei Runden zeigten alle von der Tanzsportabteilung des TSV Kronshagen eingeladenen Paare Lateintanzen auf höchstem Niveau und vergleichbarer Qualität.
In dem bis auf den letzten Platz besetzten Bürgerhaus Kronshagen machten es die acht eingeladenen Sonderklassen-Paare aus Litauen, Lettland, Dänemark und Deutschland den fünf Wertungsrichtern nicht leicht. Von der Vorrunde an zeigte sich bereits in den Wertungen, dass es zum Finale hin richtig spannend würde, denn viele Paare waren zu diesem Zeitpunkt noch punktgleich. Auch das begeisterte Publikum hatte mehrere Favoriten, präsentierten doch alle Paare gleichermaßen tänzerische Perfektion in den fünf lateinamerikanischen Tänzen Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso doble und Jive.
Im Finale konnte sich die Litauer Justina Zemaityte und Gediminas Grigonis von Tanz zu Tanz immer weiter steigern, wobei sie anfangs von den durchaus gemischten Wertungen der Wertungsrichter profitierten. In den ersten beiden Tänzen sahen die Juroren nämlich ihre Nachbarn aus Lettland, Tereza Kizlo und Vjaceslavs Visnakovs, auf dem ersten Platz. Und auch das dänischen Paar, Ashli Williamson und Bjorn Bitsch, wollte ein Wörtchen mitreden, wenn es um die Plätze auf dem Podium ging - zu Recht, denn die dänischen Meister über 10 Tänze und Finalisten der diesjährigen Weltmeisterschaft überzeugten mit guter Technik und sympathischer Ausstrahlung. Doch die Litauer arbeiteten sich ab der Rumba, die schon mit einer von fünf Einsen bewertet wurde, immer weiter nach vorne. Mit vier von fünf Einsen gewannen sich nach dem Paso doble schließlich souverän den Jive und schafften damit den Sprung auf Platz eins. "Das Paar, das für mich von der Vorrunde an zu den Favoriten zählte, ist nach den ersten beiden Tänzen und Wertungen erst so richtig aufgewacht", sagt Karl-Heinz Schröer, Wertungsrichter und Trainer der TSA des TSV Kronshagen. "Sehr gut war ihre präzise Rhythmik, ihre Musikalität und natürlich die Technik. Nur die Bekleidung war etwas unglücklich gewählt, die ihr gutes Tanzen zu unruhig aussehen ließ." Aus den Händen von Gerd Ebsen, Regionaldirektor der BBBank, nahmen sie den 21. Ostseepokal im Empfang.
Alle weiteren Plätze im Finale lagen jeweils nur eine Platzziffer auseinander, was deutlich für ein gleichmäßig hohes Niveau spricht. Die Dänen und die Letten, die beide mit ihren ausgefallen Choreographien viel Szenenapplaus vom Publikum erhielten, ertanzten sich mit Platz zwei und drei Podestplätze, die mit Ehrenpreisen der Gemeinde und des Tanzsportverbandes Schleswig-Holstein belohnt wurden. Als einziges deutsches Paar im Finale konnten die Berliner Lydia Hellmann und Sebastian Mathéja Anschluss an die internationale Spitze halten und belegten Platz vier.
"Ein solch spannendes Finale hatten wir hier lange nicht", sagt Andreas Kindt, Turnierleiter der TSA. "Und wir sind froh, dass das Turnier überhaupt stattfinden konnte, denn wir mussten schnell einen Ersatz für eine krankheitsbedingt ausgefallene Wertungsrichterin finden. Kurzfristig konnte Ronald Frowein aus Wuppertal einspringen, so knapp vor Weihnachten sicherlich ein Glücksfall für uns."
Ein Virus schlug bedauerlicherweise auch während des Turniers zu: Von Magenkrämpfen geplagt mussten die Berliner Maria Achtchepkova und Sergiy Plyuta im Semifinale aufgeben, die sicherlich ebenfalls Kandidaten für das Finale gewesen wären. Den Anschluss zum Finale schafften Weronika Slotala und Philipp Clemens vom Boston-Club in Düsseldorf. Das junge 10-Tänze-Paar zeigte im Anschluss an das Turnier eine Standard-Show mit allen fünf Standardtänzen und präsentierte mit seiner sympathischen und frischen Ausstrahlung perfekte Eleganz. Sie lösten mit ihrem von jeglicher Wettkampfsituation befreiten Tanzen frenetischen Beifall beim Publikum aus, das die beiden bestens aufgelegten Allrounder erst nach einer weihnachtlichen Zugabe von der Fläche ließ.
| Finale | ||
|---|---|---|
| 1. | Justina Zemaityte & Gediminas Grigonis | Litauen |
| 2. | Ashli Williamson & Bjorn Bitsch | Dänemark |
| 3. | Tereza Kizlo & Vjaceslavs Visnakovs | Lettland |
| 4. | Lydia Hellmann und Sebastian Mathéja | TSC Dortmund |
| Semifinale | ||
| 5. | Weronika Slotala und Philipp Clemens | Boston Club Düsseldorf |
| 6. | Maria Achtchepkova und Sergiy Plyuta | btc Grün-Gold der TG Berlin |
| Vorrunde | ||
| 7. | Tasmin und Ronak Spamer | TC Nova Gießen |
| 8. | Ines Reiberg und Simon Völbel | TSC Astoria Karlsruhe |


